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Das Buero

O.K., wir werden uns mit dem Laestern hier etwas zurueck halten. Denn ohne die Technisierung des Bueros koennten Sie dies hier gar sehen: Computer und Internet sind zentrale Teile der Dritten Industriellen Revolution, die vor allen anderen Lebensbereichen die Kommunikation und Bueroautomation betrifft.
Anderersseits ist auch zwischen den Papierstapeln der technische Wahnsinn alltaeglich. Und dem wollen wir ein Stueck nachspueren.

Reise-Schreibmaschine
Schreibmaschine
Sie waren die Notebooks der Vor-Computer-Aera: die Reise-Schreibmaschinen. Klein und stabil, und doch ohne die Massivitaet ihrer grossen Schwestern in den Bueros, erledigten sie Schreib- und Kopierarbeiten (letztres mit Hilfe von Blaupapier) ueberall dort, wohin sie ihr Besitzer mitnahm. Jawohl, der Besitzer, denn diese leichten Maschinen gehoerten meist Einzelpersonen wie Journalisten und Sekretaerinnen, die sich auf ihren Begleiter verlassen mussten. Deshalb wurde die mechanischen Praezisionstechnik auch pfleglicher behandelt als die notgedrungen noch widerstandsfaehigeren Bueromaschinen, in die mal der eine und mal der andere seine Texte mit Wurst-(Brot-)Fingern 'hackte'.
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Kopier-Geraet
Kopiergeraet
Was machte man frueher, wenn man eine Zeichnung ganz genau kopieren wollte? Blaupapier war nicht immer vorhanden, und das kraeftige Nachzeichnen der Linien zur Erstellung eines Abdruckes auf einem darunter gelegten Papier konnte das Original beschaedigen.
Professioneller liess sich die Arbeit mit einem Kopiergeraet erledigen. Parallel zum Original legt man ein weisses Blatt Papier und positioniert das Kopiergeraet ueber beiden Blaettern. Dann faehrt man mit dem nicht-schreibenden Stift am Kopiergeraet die Linien auf dem Original nach. Ueber die Hebel und Gelenke des Geraetes wird der Zeichenstift parallel bewegt, und uebertraegt alles auf das weisse Blatt Papier.
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Frankier-Maschine
Frankierer
Frankiermaschinen waren gedacht fuer Firmen mit starkem Briefverkehr. Sie sollten verhindern, dass den Mitarbeitern der firmeneigenen Poststelle beim Frankieren im wahrsten Sinne des Wortes 'die Spucke wegblieb'. In Deutschland ueberliess die 'Deutsche Bundespost' diese Geraete ihren Kunden nur leihweise. In dem Gehaeuse, das nur mit einem Spezialschluessel zu oeffnen war, wurde ueber eine Mechanik die Anzahl von Frankiervorgaengen eingestellt, fuer die der Kunde bezahlt hatte. Das geschlossene Geraet wurde dann wie eine Art Rollstempel ueber die zu frankierenden Briefe gezogen - nicht einfach, bei dem Gewicht! War die eingestellte Anzahl von Frankiervorgaengen erreicht, musste es zur Post gebracht und dort neu 'aufgeladen' werden. Die Geraete waren wahre Wertarbeit: mit einer praezisen, widerstandsfaehigen Mechanik und so massiv, dass sie auch die Deutsche Bundespost problemlos ueberdauerten.
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Brunsviga-Rechner
Brunsviga-
Brunsviga-Rechner
Rechenmaschine
Diese grosse mechanische Rechenmaschine der ehemaligen Braunschweiger Traditionsfirma 'Brunsviga' beherrscht die vier Grundrechenarten (Addition, Multiplikation, Subtraktion, Division), eignet sich aber auch fuer komplizierte Rechenoperationen. Noch Anfang der 1960er Jahre mussten die Assistenten der Mathematikprofessoren die jungen Mathematikstudenten an diesen Geraeten einweisen. Diese 'Computer aus Stahl' waren zwar nicht programmierbar, aber fuer viele Rechenoperationen allemal ausreichend. Zum Transport der schweren Geraete diente eine grosse Bodenplatte, in die ein Griff gefraest war.
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rech03.jpg
Rechner
rech04.jpg
mit Drucker
Rechentechnisch und mechanisch laengst nicht so kompliziert wie die Brunsviga, dafuer mit einem 'Drucker' ausgestattet: so praesentiert sich diese mechanische Addiermaschine. Nach dem Eintippen der Zahlen und dem Ausfuehren der Rechenoperation (plus, minus, etc.) laesst sich das Ergebnis durch ein Ziehen am rechten Hebel auf einer Papierrolle ausdrucken. Die Maschine diente mehr kaufmaennischen als wissenschaftlichen Zwecken.
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Rechenschieber
Rechenschieber
Rechenscheibe
Rechenscheibe
Voraussetzung fuer die Erfindung des logarithmischen Rechenschiebers war die Entwicklung der Logarithmentafeln durch den Mathematiker Lord Napier (Schottland) 1614. Der Mathematiker Jost Buergi (Kassel) sorgte fuer die Verbreitung dieser Erfindung. Den eigentlichen Entwicklungsschritt zum Rechenschieber verdanken wir den englischen Theologen Edmund Gunter (1581-1626) und William Oughtred (1575-1660). Heute gibt es eine Vielzahl von Rechenschiebern - sowohl in Form eines Lineals, als auch in Form einer Scheibe. Bis zum Aufkommen der Taschenrechner in den 1970er Jahren gehoerten die Rechenschieber zur 'Berufskleidung' der Ingenieure und Techniker. Und auch heute noch duerfte manch' altgedienter Ingenieur bei vielen Berechnungen mit seinem Schieber schneller schalten als jeder Computer-Crack: bis letzterer seine 'Kiste' ueberhaupt erst einmal hochfaehrt, hat ihm der Schieber-Spezi laengst die Ergebnisse diktiert.
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Addiator
Addiator
'Addiator', urspruenglich ein Firmenname, ist zur allgemeinen Bezeichnung fuer solche flachen Schieberechner geworden, wenngleich viele dieser Rechner auf der Rueckseite auch einen Subtraktionsbereich haben (siehe Abbildung). Sie funktionieren, indem fuer jede Dezimalstelle (Einer bis Tausender etc.) eine Schiebestange vorgehalten wird, die zu den anderen Schiebestangen parallel laeuft, und von unten nach oben mit den Zahlen 0 bis 9 bedruckt ist. Ueber diesem Schiebestangen-Feld liegt das Resultatfenster, das vor der Rechenoperation auf null gestellt wird. Mit einem spitzen, metallenen Rechenstift sticht man dann in die entsprechenden Zahlenloecher und zieht dort den Stift ganz nach unten. Die Ergebnisse werden dann oben im Resultatfenster abgelesen.
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Solarrechner
Solarrechner
Die heutigen Solar-Rechner unterscheiden sich technisch von ihrer batteriegetriebenen Konkurrenz durch den Energielieferanten: waehrend die Batterie meist am 'Tropf' eines Ladegeraetes haengt(das selbstverstaendlich auch ein Solar-Ladegeraet seien kann), ist der Solar-Rechner von dieser laestigen Fessel befreit und allein auf seine photovoltaischen Zellen angewiesen: schon bei normalem Lampenlicht laesst sich das Geraet betreiben - insofern waere Licht-Rechner die passendere Bezeichnung.
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Geldsortierer
Geldsortierer
Hier hilft der Geldsortierer. Und so funktioniert er: werfen Sie die Geldstücke in beliebiger Reihenfolge durch den Schlitz im Deckel. Die Münzen rutschen dann auf einer schiefen Ebene - eine Art 'Wendeltreppe' ohne Stufen - nach unten. In dieser schiefen Ebene sind Löcher angebracht; zuerst kleine für die Cent-Münzen und dann immer grössere bis zu den Euro-Münzen. [wäre er anders herum, würden alle Münzen gleich durch das erste Loch fallen)Unter den Löchern sind säulenförmige Behälter, in die die jeweils gleichartigen Münzen fallen. Da der ganze Sortierer durchsichtig ist, kann man von aussen den 'Füllstand' der einzelnen Säulen gut überprüfen.
Ein Gerät - einfach, schnell, praktisch und ganz ohne Strom.
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Reise-Briefwaage
Reise-Briefwaage
Die Reise-Briefwaage ist die kleinste Version dieses Waagen-Typs; sie stellt zugleich eines der ersten technischen Geraete des mobilen Bueros dar. Klar, auch viele Buero-Briefwaagen sind so klein und leicht, dass sie problemlos mit in einem Aktenoffer verschwinden koennen. Aber bei der Reise-Briefwaage ist die Groesse des Objektes minimiert und alle Funktionen sind gezielt auf das Wesentliche beschraenkt: man haengt den Ring an einen Bleistift oder Finger, klemmt den Briefumschlag in die Halteklammer und liest das Ergebnis ab - fertig. In einem kleinen Leder-Etui laesst sich diese Waage ueberall hin mitnehmen, verbraucht kaum Platz und keine Batterien. Das Geraet aus Messing rostet nicht, und technische Probleme gibt es nur, wenn unter der Last eines besonders schweren Briefes der Bleistift abbricht. ;-)
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Entferungsmesser
Entferungs-
Entferungsmesser
Messer
Diese beiden funktionsgleichen Geraete dienen der Entfernungsmessung auf Landkarten. Zuerst wird der Massstab der jeweiligen Karte am Geraet eingestellt; dann faehrt man mit der Spitze des Geraetes die geplante Strecke auf der Karte ab. An der Spitze befindet sich ein Laufrad, welches den Kilometerzaehler im Inneren antreibt. Die entsprechende Entfernung laesst sich anschliessend einfach ablesen.
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Press-Hefter
Hefter
Im Gegensatz zu den ueber 95 Prozent erkoemmlichen Heftern klammert dieses Exemplar die Papierblaetter ohne Stahlklammern, wenngleich er prinzipiell fast genau so wie die konventionellen funktioniert: durch das Niederdruecken des Hebels treten unten zwei Dorne hervor. Sie durchtrennen die ueber einander liegenden Bogen mit einem halbkreisfoermigen Schnitt und pressen die noch teilweise an den Bogen haengenden Ausschnitte zusammen. Die Bogen sind nun mit einander verhakt und koennen sich nicht mehr von einander loesen.
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