Wohnzimmer
Das Wohnzimmer ist ein Ort der Kommunikation und Unterhaltung. Das
Lesen,
Spielen, Musizieren und vieles mehr gehoert dazu. Es hat sich aus der
rein
repraesentativen 'Guten Stube' entwickelt, als die grossen Kuechen,
frueher
der Hauptort der Begegnung, immer kleiner wurden. Im Wohnzimmer haben
sich
durch diese Entwicklung auch immer mehr technische Geraete angesammelt.
In den
Zeiten vor der Erfindung der Kontaktlinsen, vor Augenoperationen mit
Laserstrahl und Hornhaut-Plastik, war das Lesen fuer sehbehinderte
Menschen
eine Dauer-Qual. Also mussten entsprechende Geraete her. Diese
Sonderanfertigung aus den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
hat
einen aufklappbaren Staender fuer Buecher, die man durch eine ebenfalls
ausklappbare Lesebrille betrachten kann. Wenn das nicht reicht, klappt
man
den oberen Teil des Lesegeraetes auf und holt die grosse Lupe heraus
(Bild
rechts).
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Hier
drei klassische 8-Millimeter-Filmkameras, deren Filmtransport von
Aufzieh-Werken angetrieben wird. Die linke Kamera stammt aus der
Tschecheslowakei; sie hat drei feste Wechselobjektive, die sich auf
einer
drehbaren Scheibe schnell vor den Aufnahme-Mechanismus schieben lassen.
In der
Mitte ein russisches Modell, das ueber ein Zoom verfuegt. Rechts eine
japanische
Yashica; sie verfügt über ein Griffsystem, auf dem die Kameraeinheit
aufgeschraubt
wird, d.h. es laesst sich auch ein anderer 'Body' z.B. mit einem
grösseren
Objektiv aufsetzen. Als Ausloeser fungiert ein Aussenhebel am
Griffsystem, der
auf einen Knopf am Kamerasystem drueckt.
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Wetterstationen
gibt es seit dem 18. Jahrhundert, als es moeglich wurde,
einigermassen praezise und zuverlaessige Thermometer, Baromater
(Luftdruckmesser) und Hygrometer (Luftfeuchtemesser) zu bauen. Die
Wetterstationen fuer den Haushalt orientierten sich innerlich-technisch
immer
an dem mach- und bezahlbaren, aeusserlich-stylistisch am Geschmack des
Zeitgeistes: mal Eiche-rustikal mit Schnoerkeln, mal schlichtes
Teakholz, mal
bemalte Keramik. Dieses Exemplar ist schlicht-technizistisch und
trotzdem
schoen.
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Die
Zeiten, als man beim Pokern fuer angebliches oder wirkliches
Falschspielen
erschossen wurde, sind zum Glueck vorbei. Dennoch hilft es manchen
Streit zu
vermeiden, wenn zumindest beim Mischen der Karten nicht geschummelt
werden kann.
Dazu ist die Karten-Mischmaschine gut: Kartenstapel einlegen, an der
seitlichen
Kurbel drehen, fertig. Eigentlich fehlt nur noch die Erfindung eines
mechanischen Kartenausteilers, um auch hierbei das Schummeln zu
verhindern.
Ja, sicher, es gibt solche Kartenmischer auch in einer elektrischen
Ausfuehrung
- fuer alle, die zu dumm sind, eine Kurbel im Kreis zu drehen. Aber die
sollten
auch nicht Pokern spielen.
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Die
Idee kommt aus England von Trevor Baylis, gebaut wird das 'Freeplay
Radio'
in Kapstadt/Suedafrika bei BayGen Power. Das Aufzieh-Radio arbeitet mit
einem
Uhrwerk als Energie-Speicher, der einen Dynamo antreibt, und benoetigt
deshalb
keine Akkus. Baylis Idee war, ein einfaches, robustes und billiges
Radio zu
bauen, damit sich die Landbevoelkerung Afrikas ueber Gesundheits- und
Politik-Themen informieren kann - ohne den Einfluss staatlicher
Pressezensur.
Das ist Baylis seit 1996 gelungen, denn durch die verkauften Radios
werden
weitere Exemplare fuer die Doerfer Afrikas subventioniert.
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Aeusserlich hat das
Kurbelradio eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Aufzieh-Radio,
aber die Energietechnik in beiden Geraeten ist doch sehr verschieden:
das
Kurbelradio speichert seine Energie in einem Akku; dadurch ist es ueber
seine
Solarzellen in der Lage, auch die Sonnenenergie fuer sich zu nutzen.
Sollte
allerdings das Mondlicht fuer eine 'kleine Nachtmusik' zu schwach sein,
kann
man auch bei diesem, sehr kompakten Geraet zur Kurbel greifen.
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Nur auf
(Sonnen-)Licht verlaesst sich dieses Radio von der Groesse einer
Streichholz-Schachtel. Das Geraet laesst sich mit einem Clip an der
Reverstasche
des Jacketts befestigen und verfuegt ueber einen Kopf- oder bessser:
Ohr-Hoerer.
Es stammt - man hoere und staune - aus dem Sortiment des Flensburger
Beate-Uhse-Versands in den 1980er Jahren. Damals war es mit einem Preis
von
fuenf Mark konkurrenzlos guenstig; andere Solar-Radios kosteten noch
mehrere
100 Mark.
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Das
Grammophon ist die historisch letzte Stufe der Mechanisierung der
Musik.
Es ist Nachfahre des Metallplatten-Spielers (Polyphone etc.), die auf
ein
deutsches Patent von 1885 zurueck gehen, und wiederum die Stiftwalzen-
und
Lochkarten-Streifen-Instrumente abloesen sollten. Die Grammophone
hatten durch
ihre Schellack-Platten einen entscheidenden Vorteil gegenueber den
spaeteren
Plattenspielern: bei ihnen schmirgeln die Schellack-Platten die
Metallnadeln
der Tonabnehmer ab, aber selbst fuer die billigen Nadeln gibt es noch
spezielle
Anspitzer; bei den Plattenspielern zerfraesen die harten Diamanten auf
Dauer
die Schallplatten.
Dieses Koffer-Exemplar eines Grammophons mit seinem Federwerk laesst
sich
leicht transportieren und ermoeglicht so auch Musikgenuss unter freiem
Himmel.
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Das in
seinen verschiedenen Variationen als Akkordeon, Bandoneon, Konzertina
oder Zieh-Harmonika bekannte, auch als Quetschkommode und
Schifferklavier
bezeichnete Instrument ist mit das am staerksten mechanisierte
Musikinstrument.
Es ist mehr mit der Orgel als mit dem Klavier verwandt. Wie die
heutigen
'Keyboards' muss man es spielen koennen - und man kann es selbst dann
tun,
wenn keine Steckdose in der Naehe ist.
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Die
Spieluhr, hier eine kleine und einfache Vertreterin ihres Faches, ist
Ausdruck einer Mechanisierung der Musik, die sich weder abhaengig macht
vom
Vorhandensein eines Musikers und seinen Faehigkeiten, noch vom
Vorhandensein
einer Elektrizitaets-Versorung und dem reibungslosen Funktionieren der
Elektronik. Die Spieluhren mit ihren Stiftwalzen gehen auf die
mechanischen
Glockenspiele in den grossen Kirchen zurueck; das erste stammt wohl von
1352
aus dem Strassburger Muenster und wurde, wie auch die spaeteren, durch
Gewichte an Seilen angetrieben. Daher haben sie auch ihren Namen, denn
die
Bezeichnung 'uhr' trifft auch die meisten Exemplare dieser Gattung
heute nicht
mehr zu.
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Die Kuckucks-Uhr ist das letzte Überbleibsel vom Automaten-Theater des
18.Jahrhunderts. Damals begeisterte man sich für laufende, rauchende
oder
musizierende Automaten in Tier- und Menschenform.
Angetrieben wird sie durch sich langsam nach unten bewegende Gewichte
(man
sollte sie daher nie zu niedrig über Sofalehnen, Anrichten etc.
hängen). Das
Pendel 'zerhackt' diese Bewegung und verhindert dadurch, dass die
Gewichte
schnell nach unten fallen. Besonderheit und Namensgeber der Uhr ist der
Holz-Kuckuck,
der zu jeder vollen Stunde gemäss der Stundenzahl - zumeist also
mehrfach - heraustritt
und ruft. Dazu kommen bei besseren Uhren Figuren, Wasserräder etc., die
sich
beim Kuckuck-Ruf bewegen. Bei dieser Uhr ist es ein Biertrinker, der
seinen
Seidel hebt und senkt.
Die Kuckucks-Uhr verbreitete sich ab ca. 1730 im Schwarzwald. Der
Gedanke war,
in dieser armen, strukturschwachen Region Arbeit und einen
wirtschaftlichen
Aufschwung zu schaffen. Die Grundlage bildeten einheimische Rohstoffe
(Holz -
auch für die Mechanik) und die Lernwilligkeit sowie der Fleiss der
Menschen.
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Sonnenuhren
sind die aelteste Art der Tageszeit-Messung. Ganz unkompliziert
sind sie deshalb nicht: die steinernen Exemplare an historischen
Haeusern oder
alten, repraesentativen Gartenanlagen wurden speziell fuer den
Sonnenstands-Verlauf in unseren Breiten hergestellt. Am Aequator oder
noerdlich des Polarkreises hiesse das mit diesen Exemplaren:
Fehlanzeige. Dazu
kommt bei diesem Uhrentyp die Abhaengigkeit vom Sonnenschein. Moderne
Sonnenuhren lassen sich zwar auf den jeweiligen Breitengrad einstellen,
aber
auch sie sind bei truebem Wetter nutzlos.
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Diese
Wasser-Uhren sind selbstverstaendlich etwas voellig anderes als ihre
Namensvettern aus China, der Antike oder dem Mittelalter, die die
mechanischen
Kraefte des Wassers nutzten. Hier geht es nur darum, die in allen
Fluessigkeiten (Ausnahme: destilliertes Wasser) vorhandenen Elektrolyte
zur
Strom-Erzeugung zu verwenden. Und fuer geringe Energieverbraeuche wie
bei
einer Digitaluhr reicht es allemal.
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Uhren
diesen Typs fanden sich noch bis in die zweite Haelfte des 20.
Jahrhunderts
in vielen deutschen Wohnzimmern auf Kaminsimsen, Buecherschraenken oder
Buffets.
Sie brauchen weniger Platz als die grossen Bodenstanduhren, dafuer aber
auch
eine andere Technik: als Energiespeicher koennen sie keine Gewichte an
langen
Seilen verwenden. Sie werden daher mit einem Federwerk betrieben -
genau wie
die Aufzugs-Uhren am Handgelenk ('Armbanduhren').
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Hier
eine kleine Auswahl verschiedener Armbanduhren: links eine
Damen-Automatik.
Sie wird von einem innenliegenden 'Anker' aufgezogen, der bei
Armbewegungen
'automatisch' um seine 'Oese' mit der Aufzugswelle schwingt.
Rechts ein Chronograph zum Aufziehen mit gesonderten Datums-, Minuten-
und
Sekunden-Anzeigern sowie einer Stopp-Uhr. Bei sehr teuren Uhren finden
sich
auch noch weitere 'Komplikationen' wie wie Wochentags-, Mondphasen-
und Gangreserve-Anzeigen.
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Dies
ist keine Uhr und kein Zeitmesser im klassischen Sinne. Der
Selbst-Ausloeser
soll vielmehr nach einer bestimmten, am Geraet eingestellten Zeitspanne
eine
Aktion ausloesen. Er stammt aus einer Zeit, als auch die mechanischen
Kameras
noch keine eigenen Selbst-Ausloeser hatten. Selbst-Ausloeser auf
Uhrwerks-Basis
finden sich zuerst im 16. Jahrhundert fuer Bomben. So baute der
Uhrmacher Jean
Bovy einen solchen, mit dem in der Nacht zum 5. April 1585 ein
Pulverschiff
die Scheldebruecke bei Antwerpen in die Luft jagte.
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