Die Kueche
Die Notwendigkeit der Nahrungs-Zubereitung war Anstoss zu vielen Erfindungen.
Hier stand das erste Aufwind-Kraftwerk der Welt - der Bratenwender von Leonardo da Vinci,
der ueber ein Turbinenrad im Schornstein den Bratspiess ueber dem Herdfeuer drehte.
Das Schaelen von Obst und Gemuese ist eine wichtige Einnahmequelle
fuer aller Hersteller von Wundpflastern. Kein Wunder also, dass Techniker
immer wieder versuchten, der Hausfrau dieses blutige Handwerk zu ersparen.
Der Apfelschaeler links stammt aus den USA; er ist eine Adaption der Drehbank
von Maudslay (1797) und wurde bereits im 19. Jahrhundert erfunden. Das gleiche
Verfahren, nur senkrecht, nutzt der Kartoffelschaeler, der sich selbstverstaendlich
auch fuer andere Nahrungsmittel wie Birnen etc. eignet.
Der Spargelschaeler rechts nutzt menschlichen Druck und die Schwerkraft als
Vortrieb. Eine Vielzahl von Messern bearbeiten das 'Werkstueck' von allen Seiten
und ersetzen die Drehbewegung.
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Ebenfalls sehr Finger schonend, aber auch sehr Zeit sparend sind die Kirsch-Entkerner.
Ein kraeftiger Druck auf den in einer Feder gelagerten Hebel, und das Schneidwerkzeug
faehrt durch die Kirsche und presst den Kern nach unten heraus. Selbstverstaendlich
laesst sich dieses Verfahren auch fuer anderes, grosskernges Obst wie Mirabellen,
Reneclauden und Pflaumen einsetzen.
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Liebhaber von Filterkaffee muessen noch lange keine Liebhaber von Filtertueten
sein. Wer seinen Kaffee frisch gemahlen liebt, aber auf die Tueten aus Geld- und
Umwelt-Gruenden gern verzichtet, hat wei Moeglichkeiten: er besorgt sich einen
wieder verwendbaren Filter aus Metall bzw. Stoff/Baumwolle und setzt ihn in seine
Kaffee-Maschine, oder er kauft eine solche daenische Kaffee-Maschine: hier
schuettet man heisses Wasser und gemahlenen Kaffee einfach zusammen und laesst
ihn ziehen. Anschliessend presst man den Plastikfilter mit dem Stab in Richtung
Glasboden, sodss das Kaffeepulver unten als Bodensatz sicher zusammengepresst
wird. Besitzer von Solarkollektoren bekomen ihr Wasser auch noch kostenlos
erhitzt.
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Auch im Bereich des Zerkleinerns hat die Kuechentechnik in den 'Unterdisplinen'
Schneiden und Mahlen eine Vielfalt an Ideen und Variationen hervorgebracht:
Beinahe unbemerkt tobt hinter der nuechtern-glatten Fassade unserer Alltagswelt
immer noch der grosse Kampf der Ideologien. Nicht ueberraschend ist, dass diese
Weltanschauungen gerade bei dem archaischen Symbol fuer das Leben die duenne
Fassade unserer Kultur durchbrechen: beim Ei ! Denn beim Ei und
seinen Verehrern bzw. Verzehrern stehen sich seit Jahrhunderten unversoehnlich
die Parteien der Klopfer und der Koepfer gegenueber. Von Seiten der
Klopfer sind keine technischen Beitraege zu Kuechenkultur zu vermelden: zumeist
verwenden sie einen Eierloeffel, den eigenen Kopf (wobei meist das kluegere
Bioprodukt nachgibt) oder gemaess ihrem Ahnherren Columbus (ja, genau der,
welcher sich beim Erdumfang locker um 6000 Kilometer verrechnete und nur
durch pures Glueck in Amerika statt auf dem Meeresboden landete) den Tisch.
Dagegen haben sich die Koepfer in vielerlei Hinsicht um den technischen Fortschritt
verdient gemacht (s.o.). Wird wahre Kreativität schon am Frühstücks-Tisch sichtbar?
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Links zwei Fleischwoelfe: die Fleischstuecke werden von oben in den Trichter
eingegeben. Eine Foerderspindel, angetrieben durch die Kurbel, presst das
Fleisch durch eine gelochte Stahlscheibe. Diese ist auswechselbar; die Groesse
ihrer Loecher bestimmt die Feinheit des 'durchgedrehten' Fleisches.
Rechts ein Allesschneider, der aehnlich aussieht, aber anders funktioniert: das
Pressen gegen den Schneidmechanismus erfolgt durch die Schwerkraft bzw. durch
den Block, der die Einfuell-Oeffnung oben verschliesst. Die Kurbel teibt hier
direkt das Schneidwerk, das aus auswechselbaren Walzen mit verschiedenen
Schneiden besteht.
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Dieser Entsafter ist der Technik eines Fleischwolfes abgeschaut: die Früchte
werden von oben in den Trichter hinein geworfen und von einer per Handkurbel
angetriebenen Förderschnecke nach vorn bewegt. Dort verschliesst eine
senkrechte Schraube, die den Ober- und Unter-Teil des Entsafters zusammen hält,
den 'Ausgang' bis auf schmale Schlitze. Durch die passt nur noch das
ausgepresste Fruchtfleisch.
Im Inneren des Entsafter-Gehäuses ist die Förderschnecke von einer siebartigen
Umhüllung umgeben, durch die nur der Saft abfliessen kann. Er wird seitlich in
einen Ausfluss abgeleitet und kann in einer darunter gestellten Schale
aufgefangen werden. Der ganze Entsafter lässt sich leicht und schnell am Tisch
befestigen. Anders als seine elektrischen 'Nachfahren' dröhnt er weder noch
ruckelt er, und tritt auch nicht gleich in den Streik, wenn alle Steckdosen
besetzt sind.
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Der Fleischwolf ist bei diesem Gerät nur ein kleiner Zusatznutzen: die Pasta-Maschine
hilft allen, die ihre Spaghetti oder Macaroni selbst herstellen, die Nudeln aber
weder in mühsamer Handarbeit "schnitzen" wollen noch grosse Küchenmaschinen auf
kleine Teigwaren loslassen möchten.
Den zuvor gekneteten und ausgerollten Teig führt man in die jeweiligen Schlitze
für Maccaroni bzw. Spaghetti an der Oberseite der Pasta-Maschine. Dann dreht man
die Kurbel und das jeweilige Schneidwerk produziert die gewünschte Pasta-Sorte.
Die Länge bestimmt man selbst- entweder durch die Länge des Teigfladens, oder
indem man die Pastastränge mit einem Küchenmesser abschneidet.
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Dieser Pommesfrites-Schneider schneidet selbstverstaendlich keine Pommesfrites,
sondern er schneidet Kartoffeln in die bekannte Staebchenform, welche wir nach
entsprechenden Roestvorgang als Pommesfrites bezeichnen. Die kleine
Begriffsverwirrung ist nicht unueblich - schliesslich sind Kopfschmerz-Tabletten
gegen Kopfschmerzen, aber Herz-Tabletten nicht gegen Herzen.
Der Schneider selbst funktioniert dagegen hoechst einfach: mit Hebelkraft presst
man eine geschaelte Kartoffel durch ein rechteckiges Stahlgitter - fertig.
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Hier kommen Geraete, die Materialien in Scheiben schneiden. Links eine
traditionelle Brot-Schneidemaschine: massiv aus Holz und Metall, mit Einstellung
der Scheibendicke und einer grossen Kurbel, mit deren Kraftmoment sich auch
hartlaibige Exemplare des Grundnahrungsmittels zerkleinern lassen. Wer jetzt noch
nach einem Elektromotor ruft, muss sich fragen lassen, ob seine Koerperkraefte
zum Einlegen des Brotes in die Maschine ausreichen.
Rechts zwei Ansichten eines Bohnen-Schnitzlers. Diese Geraete wurden in der
Landwirtschaft verwendet, um Bohnen als Tierfutter zu schneiden. Man laesst die
Bohnen in die beiden Einfuell-Stutzen fallen und dreht die Kurbel; die
Schnipsel fallen auf der anderen Seite einfach heraus.
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Neben dem Schneiden ist das Mahlen die wichtigste Art des Zerkleinerns - hier
zwei traditionelle Kaffee-Muehlen fuer den Hausgebrauch. Links die Wandmuehle
laesst dem Benutzer durch ihre fese Anbringung immer noch eine Hand frei, z.B.
um waehrend des Mahlvorganges noch frische Kaffee-Bohnen nachzufuellen. Mit der
Handmuehle kann man dagegen den Kaffee an jedem Ort mahlen - egal, ob Kueche,
Wohnzimmer oder Garten. Man braucht allerdings zumindest auch die zweite Hand,
um die Muehle fest zu halten. Erfahrene Hausfrauen klemmen sich die Muehle zur
Arretierung beim Sitzen zwischen die Knie und haben so wieder eine Hand frei.
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Mit den Kaffee-Muehlen ist die Zahl der Muehlen-Varianten in der Kueche noch
lange nicht erschoepft; schliesslich will die gute Hausfrau noch allerlei Dinge
mehr 'kleinkriegen'. Die Kaese-Reibe ist eine der 'Waffen' im Kuechen-Kampf;
vielleicht hat sie als Vorbild zu dem bereits besprochenen Alles-Schneider
gedient. Jedenfalls ist sie ihm technisch naeher verwandt als den Kaffee-Muehlen.
Nicht zu vergessen: die vielen Gewuerz-Muehlen! Links eine Pfeffer-Muehle mit
verschliessbarer Einfuell-Moeglichkeit; rechts eine Muskat-Muehle, bei der das
untere Schneidwerk abgeschraubt wird, um die Muskat-Nuss auf einem Dreidorn
zu arrettieren. Beim Drehen der Kurbel raspelt das Schneidwerk dann Schichten
von der Nuss ab.
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Das Messen von Gewichten, Mengen, Temperaturen und Zeiten ist eine
weitere wichtige 'Unterdisplin':
Links zwei klassische Kuechen- Waagen fuer Lebensmittel, bei denen das Gewicht des
Wiegegutes eine Feder zusammen presst. Diese Feder ist mit dem Zeiger ueber der
Anzeigetafel verbunden.
Nach dem gleichen Verfahren - nur dass hier die Feder
auf Zug reagiert - funktioniert auch die gelbe Haengewaage. Sie wird platzsparend
an der Wand montiert. Klappt man den Deckel (der zugleich der Wiegebehaelter ist)
auf, so erscheint auch hier eine Anzeige.
Unten zwei klassische Balkenwaagen; links erfolgt das Messen durch
das Auflegen von Gewichten, bis die Waage im Gleichgewicht ist. Rechts werden die
Gewichte über der Mess-Skala so verschoben, bis diese in der Waagerechten (!) steht.
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'Gar oder nicht gar, das ist hier die Frage' - zumindest fuer jeden Koch am Herd.
Und waehrend bei den Kartoffeln schon ein einfacher Stich mit der Gabel
Spitzen-Gewissheit bringt, hilft beim Lammbraten oder bei der Gans nur
ein schneidendes Vorgehen - 'Was
willst Du mit dem Messer, sprich!?' 'Den Braten pruefen, verstehst Du mich!?'
Gegen solche Ungewissheiten gibt es technische Abhilfe: links eine Braten-Klingel.
Sie wird in den Braten gesteckt; hat das Fleisch innen die richtige Temeratur
erreicht bzw. ist es gar, so wird die Klingel ausgeloest. Rechts drei
verschiedene Garzeit-Messer fuer Rind, Schwein und Gefluegel; hier wird der
fertige Braten durch ein Aufleuchten des Messgeraetes angezeigt.
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Pinguine sind Spezialisten für kalte Temperaturen, nur dass sie normaler Weise
dabei nicht ihr eigenes Süppchen oder einen heissen Tee kochen. Diesem Artgenossen aber wurde
ein Teebeutel über den Schnabel in eine Tasse mit kochendem Wasser gehängt. Wenn
man den inneren Wecker des Pinguins richtig stellt, holt dieser gegen Vogelgrippe
garantiert resistente Vogel zum rechten Zeitpunkt den Beutel aus dem Wasser.
Eine nette und nützliche Technik, die an die grosse Tradition der menschen- und
tierähnlichen Automaten des 18. Jahrhunderts erinnert.
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Mit Farbveraederungen arbeiten auch das Flaschen-Thermometer und die farbige 'Eier-Uhr'.
Das Flaschen-Thermometer wird wie eine Manchette aussen um die Flasche gelegt;
die entsprechende Temperatur leuchtet dann auf. So laesst sich leicht feststellen,
ob z.B. ein Wein die seiner Sorte angemessene Trinktemperatur hat.
Die farbige 'Eier-Uhr' ist ein Ei aus einem entsprechenden Kunststoff, das mit
den zu kochenden Eiern in den Topf gelegt wird.
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Ein einfaches, wirkungsvolles und gerade deshalb geniales Mess-Geraet
ist der Milchklopfer. Er besteht nur aus einem einfachen Glasring, der auf dem
Boden des Kochtopfes mit der Milch liegt. Wenn die Milch zu kochen beginnt,
so bilden sich unten am Boden des Topfes durch die Hitze Luftblasen.
Diese steigen schnell und mit Kraft nach oben. Dabei heben sie den Glasring nur
ein Stueck weit an, worauf dieser dann wieder zum Boden des Kochtopfes zurueck
faellt und dort hoerbar aufschlaegt. Das Kochen der Milch wird also hoerbar,
bevor der ganzeTopf ueberkocht.
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In der Kueche finden sich viele Angaben und Masseinheiten, bei denen es in erster
Linie um Mengen und nicht um Gewichte geht. Angaben wie 'Liter', 'gehaeufte
Loeffel', 'Prise' sind Beispiele dafuer. Dieser Mengen-Messer dient dem
Aufbewahren und Abmessen bzw. Portionieren von gemahlenem Kaffee, Kakao usw.
Durch Drehen wie bei einem Trommel-Revolver wird die gewuenschte Menge vom
Rest abgteilt. Dann oeffnet man mit einem Fingerdruck unten ein Ventil, und die
abgeteilte Portion faellt aus dem Geraet in den Kaffee-Filter, Becher etc.
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Eine weiteres Segment ist das Ruehren/Vermengen, entweder durch Wenden,
Umschichten, oder
durch Zusammengiessen, -pressen, Kneten etc.:
Der linke Handquirl ist ebenso genial wie einfach: allein durch das
Herunterdruecken auf den Boden des Ruehrgefaesses wird er in Drehung versetzt
und tut seine Arbeit. Im Gegensatz zum Einsatz herkoemmlicher Schneebesen muss
niemand sein zartes Handgelenk stapazieren, sondern kann mit der vollen Kraft
der Arm-Muskulatur arbeiten.
Der Solar-Mixer funktioniert wie ein Akku-Mixer, nur dass seine Akkus von der
Sonne aufgeladen werden und er somit auch laengere Zeit ohne einen Netzanschluss
auskommt. Wegen seines kleinen Ruehrwerks eignet er sich vor allem zum
Aufschaeumen von Milch, mixen von Cocktails etc.
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Auf dem linken Bild befinden sich zwei Quirle: der linke ist ein Aufsatz fuer
ein Gefaess und stammt aus den 1950er Jahren. Es ist genau die selbe Technik,
die schon 1766 der Regensburger Pfarrer Jacob Christian Schaeffer bei seiner
Waschmaschine anwendete. Rechts daneben ein Handquirl - einfach, lexibel und
auch weitab von jeder Steckdose einsetzbar.
Der Sahne-Shaker kann nicht nur auf elektrischen Strom verzichten, sondern
kommt sogar ohne beweglicht Teile bei der Produktion aus. Sie werden 'ersetzt'
durch das Schuetteln und eine unebene Innenhuelle, die die Sahne genau so
'schlaegt' wie die rotierenden Blaetter des Quirl.
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Diese Kuechenmaschine ist die technische Fortsetzung des Quirls.
Selbstverstaendlich kann man mit Ihr weiterhin Sahne schlagen, aber durch
verschiedene Ein- und Aufsaetze laesst sie sich auch fuer andere Dinge
verwenden, die eine Drehbewegung erfordern - beispielsweise das
Trockenschleudern von frisch gewaschenem Salat.
Die Grenzen fuer solche Allzweckgeraete sind eher psychologischer als
technischer Natur: vielen Menschen widerstrebt es, das Salatschleudern,
Kaffeemahlen und Fleischzerkleinern mit der selben Maschine vorzunehmen. Nicht
einmal ein Elektromotor, je nach Verwendung mit verschiedenen Zusatzgeräten
bestückt wurde, konnte sich im Haushalt durchsetzen.
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Hier zwei ruehrende Anwendugen mit Tradition: links ein Kaffee-Roester aus der
ersten Haelfte des 20. Jarhunderts, einer Zeit, als es noch frischeres als
'roest-frisch' aus dem Laden gab. In dieser geschlossenen Pfanne sorgt der per
Kurbel angetriebene Wender fuer die gleichmaessige Roestung der Bohnen - ein
entgegen dem ersten Anschein energiesparendes Verfahren, da in vielen Kuechen
der Herd im Dauereinsatz war, um Kueche und Heim auch ausserhalb der Kochzeiten
zu heizen. Rechts ein 'Butterfass' aus Stahl, dass im Gegensatz zu seinen
hoelzernen Vorgaengern besser zu reinigen war, und eine stabile, langlebige
Mechanik besass.
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Was waere die Kueche wert, wenn sich das muehsam Hergestellte nicht
auch konservieren liesse:
Klassische Konservierungstechniken: der Butter-Kuehler erzeugt seine
Temperatur-Senkung mit Hilfe von Verdunstungs-Kaelte. Unten giesst man Wasser
in die Schale, der poroese Ton saugt es auf, und gibt es bei entsprechenden
Temperaturen wieder an die Luft ab, wodurch eine Abkuehlung des Behaelters und
seines Inhaltes erfolgt. Hoert sich einfach an und funktioniert gut - der Autor
hat nach dem gleichen Prinzip im heissen Sommer 1983 die Lebensmittel in seiner
Muenchener Studentenbude gekuehlt, und das Zimmer lag immerhin nach Suedwesten!
Der Verkorker presst die Korken wieder in die Haelse der entkorkten Flaschen.
So laesst sich eine Weinflasche wieder auslaufsicher und luftdicht lagern.
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Ja, richtig, auch der Dampf-Konservierer gehoert eigentlich zu den klassischen
Konservierungstechniken: heisser Dampf wurde oben ins gefuellte Einmachglas
geblasen, dann der Deckel blitzschnell geschlossen. Vorteile: der Dampf toetete
alle eventuell vorhandenen Keime ab; durch das langsame Abkuehlen der Luft
nach dem Schliessen des Deckels entstand ein Unterdruck, der den Deckel noch
fester und sicherer schliessend machte.
Die Vakuum-Pumpe mit Wasserantrieb gehoert von der technischen Systematik zu
den Wasserkraftmaschinen. Sie bezieht ihre Energie quasi kostenlos aus der
Wasserleitung (das Wasser kann anschliessend ja weiter verwendet werden), d.h. von
den Wasserwerken oder aus dem eigenen Wasserturm. Diese Wasserkraftmaschine
pumpt Luft aus Einmachglaesern, Dosen etc., wobei die Behaeltnisse anschliessend
wieder luftdicht verschlossen werden muessen.
Schliesslich noch eine handbetriebene Luftpumpe, speziell zum Auspumpen der
Luft aus Gerierbeuteln. Alle diese Verfahren erzeugen kein absolutes Vakuum,
wohl aber einen stark luftverduennten Raum, der eine Verderbnis der
Lebensmittel erschwert.
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Wenn Nahrungsmitteln 'die Luft ausgeht', bleiben sie laenger frisch -
mit diesem Prinzip arbeiten die drei Geraete hier. Alle drei sind Pumpen,
die ein Vakuum bzw. einen luftverduennten Raum im Nahrungs-Behaelter erzeugen.
Links ein Geraet fuer Wein- und andere Flaschen, das auf moderne Art die
gleiche Funktion erfuellt wie oben der traditionelle Verkorker: den
Kontakt des Nahrungsmittels mit der Luft zu minimieren. Spezialverschluss in
den Flaschenhals schieben, Pumpe aufetzen, Luft rauspumpen - fertig.
Aehnlich funktioniert es bei den Frischhalte-Boxen in der Mitte: auch hier gibt
es eine Extra-Pume, und ein Druck auf das Ventil des Verschlusses genuegt,
damit wieder Luft herein stroemt und die Box sich oeffnen laesst.
Das Frischhalte-Set rechts funktioniert genau so, nur sind hier die Luftpumpen
in die Deckel der einzelnen Boxen integriert.
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Verschiedenes
Wer seinen brutzelnden Braten mit Cognac, Wein oder einfach nur Bratensaft
uebergiessen will, der greift tunlichst zur Bratensaft-Pumpe.
Keine verbrannten Finge mehr, die in ihrer schwarzen Farbe schon fast dem
Braten gleichen. Einfach dem Pump-Ballon zusammen pressen, die Spitze der
Pumpe in den Bratensaft halten, Ballon loslassen, und anschliessend den
angesaugten Bratensaft etc. durch Druecken des Ballons ueber den Braten
traeufeln - fertig. Und ohne jemandem den Appetit verderben zu wollen: es ist
die gleiche Technik wie bei den Oel-Flaeschchen und -kaennchen der
Automechaniker in der ersten Haelfte des 20. Jahrhunderts.
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Jedes Kind kennt Korkenzieher, denn es gibt sie in einer erstaunlichen
technischen Vielfalt: vom einfachen Exemplar an einem Schweizer Offiziersmesser
bis zu den grossen Geraeten, fest verankert an den Bartresen der Restaurants.
Und gerade in diesem Bereich gab es in den vergangenen Jahren einige Innovationen:
z.B. dieses Exemplar mit einem dazugehörigen Kapselschneider (über den Kopf der
Flasche stülpen und zudrücken, um die Blei- oder Plastik-Manchette abzuschneiden).
Einfach den Hebel hoch und wieder runter begegen, schon ist der Korken draussen -
das Hineindrehen der Spirale in den Korken macht das Gerät von selbst.
Bei so viel technischer Innovationskraft schmerzt es um so mehr sagen zu müssen,
dass Korkenzieher eigentlich überflüssig sind. Denn der Wein hält sich mindestens genau so
gut in Flaschen mit Schraubverschluss, wie z.B. dessen Marktanteil von über 50
Prozent in der Schweiz zeigt. Ja, bei Schraubverschlüssen können keine Kork-Schimmelpilze
2,4,6-Trichloranisol bilden und den Wein durch muffig-korkigen Geschmack ungeniesbar
machen. Kork wird heute also nur aus Image-Gründen verwendet und deshalb ist der
Korkenzieher bei allen technischen Innovationen nur Ausdruck unserer Eitelkeiten.
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Alle Korkenzieher ziehen die Korken aus der Flasche heraus - nur dieser nicht. Er schiebt.
Man sticht eine Kanuele (wie bei einer Medizin-Spritze) durch den Korken und
pumpt Luft in das Innere der Flasche. Und diese Luft presst den Korken heraus.
Und damit sich der Benutzer nicht selbst sticht und dann unnoetig aufpumpt,
gibt es fuer die Kanuele selbstverstaendlich auch eine Schutzhuelle.
Technisch gesehen ist es genau das umgekehrte Prinzip der Vakuum-Pumpen: dort
wird ein Unterdruck erzeugt, hier ein Ueberdruck.
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Wenn der gewuenschte duenne Pizza- zum dicken Tortenboden geraet und die Grundlage
einer Quiche doch sehr an Wellpappe erinnert, hat der Hausmann ein Problem. Gegen
solche hausfraulichen Ausrutscher (oder besser 'Ausroller') hilft der
Praezisions-Teigroller: an den Excenter-Scheiben zwischen den Griffen und der
Rolle laesst sich die Teigstaerke auf den Millimeter genau einstellen. Weshalb
sollten Sie als kuenftig noch weiterhin Zentimeter dicke Pizza-Boeden mit
Hammer und Meissel zerkleinern muessen?
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Heute gehoert in Mittel-Europa der Umluftherd zur Standard-Ausruestung einer
Kueche, aber noch vor wenigen Jahren war diese Funktion des Kuechenherdes
kaum verbreitet. Was also tun, wenn man fuer einen krossen Braten die Umluft
brauchte, aber keinen neuen Herd kaufen wollte. Pfiffige Erfinder haben einen
Ventilator konstruiert, den manin den Ofen schieben kann. Ganz aus Metall
bestehend, wird das Geraet mit Hilfe einer Kurbel aufgezogen. Ein Federwerk
speichert die Energie und treibt dann den Ventilator an, der aus jedem Ofen
einen Umluftherd macht. Naja, und wenn man im Sommer nicht Kochen will, laesst
er sich im Garten oder im Buero als Frischluft-Spender einsetzen.
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Da bleibt nämlich das Eis am Löffel kleben und will sich trotz aller Anstrengung
nicht in den wartenden Eisbecher abschütteln lassen. Wir Deutschen würden
wahrscheinlich immer noch zu einem zweiten Löffel greifen, um mit ihm den
eiskalt-starren Inhalt aus dem anderen Löffel zu schaben. Doch die flinken
Italiener wollten sich nicht länger über den Löffel babieren lassen und haben
diesen Eislöffel erfunden, der sich sein Eis selbst entfernt. Schälmesser, Feder,
Zahnrad, Welle, und schon fällt die Eiskugel wie von selbst in den Becher.
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