Der Hauswirtschaftsraum
Hauswirtschaftliche Arbeiten erledigt man/frau immer im Haus? Heute
schon, aber
noch vor 200 Jahren standen die Menschen dabei oft im wahrsten Sinne
des Wortes im
Regen: Waesche waschen und trocknen fand unter freiem Himmel statt. Und
die
ersten Ansaetze, solche Arbeiten ins Trockene zu bringen, stammen nicht
aus dem
Haushalt, sondern aus der Papierindustrie des 18. Jahrhunderts: die
Waschmaschine und die Trockenboeden.
Dieser Waesche-Stampfer ist ein mechanisierter Nachfahre der alten
Holzstampfer,
die vor Jahrhunderten in den Papierfabriken benutzt wurden, um die
Lumpen in
grossen Wannen zu waschen (Papier wurde vor 1850 aus Lumpen
hergestellt). Der
moderne Stampfer besitzt eine mit Loechern versehene Kammer, die sich
gegen den
Widerstand einer innen liegenden Federung zusammenpressen laesst. Durch
das
Zusammenpressen (=Stampfen) wird nicht nur die Waesche unter dem
Stampfer bewegt,
sondern durch die Loecher auch das Wasser aus seinem Inneren
herausgepresst
(bessere Wasserzirkulation/ Durchspuelung der Waesche).
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Klein, leicht, und ueberall zu verwenden -
aus diesen Gruenden werden die
mechanischen Waschmaschinen auch heute noch hergestellt und kommen beim
Camping
oder Segeln zum Einsatz. Statt eines ordinaeren Elektromotors dreht ein
kraeftiger Arm die Trommel (Hamster-Antrieb waere zu schwach,
Fahrrad-Antrieb
denkbar) und erspart seinem Besitzer so den Weg ins Sportstudio.
Die Idee der mechanischen Waschmaschine ist alt: um 1764 baute der
evangelische Pfarrer Gotthard Friedrich Stender fuer den Haushalt des
Geheimrats Korf in Kopenhagen eine Waschmaschine nach einem Modell,
welches
er zuvor in Braunschweig gesehen hatte. Die 1765 von Stender verfasste
Beschreibung der Waschmaschine las der Regensburger Pfarrer Jacob
Christian
Schaeffer, der 1766 eine solche Maschine fuer seine Papierversuche
baute und
beschrieb. Von da aus verbreitete sich die Waschmaschine in der
Papiermacherei,
weil man so schneller und mit weniger gesundheitlichen Gefahren die
dreckigen
Lumpen waschen konnte.
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Diese historische Auswringmaschine ersetzte
ein muehseeliges Stueck Handarbeit
und brachte als Ergebnis trockenere und zugleich glattere Waesche als
bisher.
Mit der obenliegenden, vierfluegeligen Schraube stellte die Hausfrau
den
Anpressdruck der Walzen ein, mit den beidseitigen Auflagebrettern
lassen sich
Waeschstuecke exakt zu den Walzen hinfuehren. Als in der Kleidermoder
die
Schleifen und Baender durch Knoepfe und Reissverschluesse ersetzt
wurden,
zeigten sich die Grenzen der Auswringmasschine.
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Honigschleudern holen den Honig aus den Waben und lassen die
Wachsstruktur der
Waben unzerstört zurück. Dazu werden die Waben senkrecht in die in
einer Tonne drehbar
aufgehängten Gitterroste eingehängt. Dann dreht man eine Kurbel, die
die
Gitterroste zum Rotieren bringt, so dass der Honig aus den Waben
fliesst.
Die Kinder der Honigschleuder waren die Wäscheschleudern: als im 19.
Jahrhundert
zunehmend Knöpfe und Reissverschlüsse die alten Schleifen ablösten, mit
denen die
Kleidungsstücke früher geschlossen wurden, musste man sich etwas Neues
einfallen
lassen. Denn die Stampfen und Wringmaschinen zerstörten die schönen
Knöpfe, die
teilweise sogar aus Perlmutt waren. Da kam das Vorbild der
Honigschleuder gerade
recht.
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Zum Reinigen der Kleidung kommt die Ausbesserung mit Nadel und Faden.
Schlechte Augen und zitterige Finger koennen dabei schon einfache
Vorbereitungen
wie das Einfaedeln des Fadens in die Nadel zu einem blutigen Abenteuer
werden
lassen: manches frische Hemd wurde so zum Fall fuer die naechste
Waesche,
bevor der erste Knopf angenaeht war. Dieser Einfaedeler senkt das
Risiko:
Nadel von oben mit der Oese in die Halterung stecken, das Garn von der
Seite
durch eine Art Trichter und damit gezielt durch die Oese fuehren, Nadel
herausziehen, fertig. Nur naehen muessen Sie jetzt noch selbst.
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Diese pfiffige Handnaehmaschine passt in jede Handtasche (in die
Hosentasche
ginge sie auch, aber das ist wegen der spitzen Nadel nicht ratsam!).
Gleichmaessiges, rythmisches Zusammendruecken des Maschinchens (bzw.
seiner
beiden Arme) in der einen Hand und das gleichmaessige
Durchziehen/Transportieren
des Stoffes mit der anderen Hand fuehrt zu passablen Naeh-Ergebnissen.
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Sattler, Schuster, Segelmacher - fuer alle Berufe, die bei Stoffen und
Haeuten
durch dick und duenn gehen mussten, gehoerte die Naeh-Ahle zur
Grundausstattung.
Wo normale Nadeln sich schon laengst zum Halbmond bogen, kam man
hiermit immer
noch problemlos durch. Dieses Exemplar hat eine austauschbare Nadel und
eine
auswechselbare Fadenspule. Zum Naehen benoetigt man neben einer festen
Unterlage
(Steropur, dicken Papp-Karton)und der Naehahle auch eine Naehnadel samt
Faden bzw.
zwei, damit das Prinzip der Naehmaschine (Ober-und Unterfaden)kopiert
werden
kann. Die Naehahle erfuellt dabei die Funktion der immer wieder hinab
stossenden Maschinen-Nadel.
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Als die Damenstruempfe noch aus Seide und nicht aus billigem Dralon
waren,
als mit jeder Laufmasche sich noch echte Werte in Mark und Pfennig
aufribbelten,
wurde dieser Laufmaschen-Aufraffer erfunden - und per Deutsches
Reichs-Partent
geschuetzt. Wenngleich dieses Exemplar wohl aus spaeterer (DDR-)Zeit
stammt,
so kann man an ihm doch die veraenderte Bedeutung von
(Wert-)Gegenstaenden
ablesen.
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Der Knopf-Fix ist ein pfiffiges, modernes Naehgeraet zur schnellen
Befestigung
abgerissener Knoepfe. Die anzunaehenden Teile sind alle aus Plastik
und,
sofern sie nicht mit Gewalt abgerissen werden, auch wieder zu
verwenden. Da
das Verfahren kein Grossmutter-Flair hat und auch den Ungeuebten keine
Blutverluste drohen, kann man den Knopf-Fix auch dem ungeschickteren,
eher
auf das Grobmotorische fixierten Teil der Menschheit in die Hand
druecken -
den Maennern.
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Den Part des Tisch-Kehrers (hier ein auseinader genommenes Exemplar)
haben
heute meist roehrende und oft auch stinkende Mini-Staubsauger
uebernommen,
die sich, zur grossen Ueberraschung ihrer Besitzer, bisweilen zu
schnell als
Wegwerfprodukte entpuppen. Dabei gibt es nichts eleganteres, als, einen
Tisch-Kehrer in der Hand, schwungvoll ueber den Tisch zu fahren, und
die
laestigen Kruemel mittels der ueber die Raeder angetriebenen Buersten
im
Inneren des Geraetes verschwinden zu sehen. Die peinlichen Ausfluechte
der
Elektrifizierungs-Fetischisten wie 'Aeh, eigentlich ist unsere
Tischdecke
immer kruemelfrei, aber gerade heute hat der Akku von unserem
Tischstaubsauger
schlapp gemacht' koennen sie sich sparen. Ist doch was!
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Ein klassischer Teppich-Kehrer, allerdings in moderner Ausfuehrung: die
rotierenden Eckbuersten erreichen auch schwerer zugaenglichen Schmutz
an
Teppich-Leisten oder Stuhlbeinen und wirbeln ihn in die Kehrbahn der
waagerecht rotierenden Hauptbuersten.
Kompakt, praktisch und unabhaengig, erspart er dem Benutzer die oede
Suche
nach einer freien Steckdose nach dem Motto: 'Soll ich jetzt lieber den
Stecker von der Telefonanlage oder vom programmierten Videorecorder
ziehen?'
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