finetech.net - Infoportal und Museum fuer erneuerbare Energie

Das Badezimmer

Auch vor diesem nassen Ort, kulturgeschichtlich eine der juengsten Einrichtungen in den eigenen vier Waenden, macht die Technisierung des Alltags nicht halt.
Einer der Gruende ist der alltaegliche Kampf der meisten Maenner gegen einen Teil ihres Ichs - den Bartwuchs. Den dabei entstehenden Glaubenskriegen zwischen Nass- und Trockenrasierern soll hier kein Platz gewidmet werden. Es geht hier nur um die Frage, welcher Technik sich beide Parteien bedienen koennen.

Schwungrad-Rasierer01
Schwungrad-Rasierer01
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Schwungrad-Rasierer02
Wer als Trockenrasierer sich nicht an die lange Leine eines Stromkabels legen lassen will, noch sich gern darueber Gedanken macht, ob die Akku-Kapazitaet fuer ein glattes Kinn reicht, der ist mit einem Schwungrad-Rasierer gut bedient. Richtig auf Touren gebracht, liefert die innenliegende Metallscheibe genug Energie fuer die Scherkoepfe, so dass Mann sich auf seine aeussere Schoenheit konzentrieren kann.
Das Aufziehen des Schwungrades ersetzt kein Fitness-Training am Morgen, aber es bleibt je nach Typ die Wahl, ob Mann lieber das Geraet mit einer Reissleine oder durch das Zusammenpressen der Finger antreibt. Das Rasierergebnis ist in beiden Faellen gut.
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Solarrasierer
Solar-Rasierer
Noch weniger Arbeit macht dieser Solar-Rasierer. In Punkto Bequemlichkeit und haelt er mit den Akku-Rasierern problemlos mit. Hoehlenforscher und Nachtaktive seinen allerdings gewarnt: wer mit einem glatten Kinn glaenzen will, braucht etwas Licht.
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Klingen-Schleifmaschine
Klingen-Schleifmaschine
Nicht zu kurz kommen sollen hier die Nassrasierer: diese Klingen-Schleifmaschine stammt aus einer Zeit, als diese Edelstahl-Teile noch wertvolle Praezisions-Produkte und keine billigen Wegwerfartikel waren. Einfach eine Klinge einlegen und die beiden Teile zusammenklappen. Die obere Schlinge des Bandes (nicht mehr vorhanden)wird um einen Wandhaken gehaengt, den unteren Holzgriff haelt man in der Hand. Dann wird der Klingen-Kasten am Band auf und nieder bewegt. Das durchlaufende Band treibt in dem Kasten ueber zwei Exenter-Wellen die Schleifbloecke an. Die bewegen sich hin und her, und schaerfen die Klinge von allen Seiten, und erlauben eine längere Nutzungsdauer des Produkts.
Heute wandern abgenutzte Rasierklingen zumeist in den Mülleimer - für ein eigenständiges Recycling lassen die Hersteller den Verbrauchern technisch kaum eine Chance. zum Seitenanfang

Klingen-Schaerfer
Klingen-Schaerfer
Weniger kompliziert, dafuer neueren Datums, ist dieser Klingen-Schaerfer. Die modernen Scher-Koepfe werden in einer Fuehrung ueber eine Schleif-Platte gezogen und lassen sich so laenger benutzen. Offensichtlich versuchen allerdings einige Klingen-Hersteller, diese eigenmaechtige Lebens-Verlaengerung ihrer Produkte durch den Verbraucher dadurch zu verhindern, dass sie kleine Kunststoff-Streifen oberhalb der Klinge auf dem Scher-Kopf anbringen. Offiziell sollen diese Streifen ja das Gleitvermoegen der Klingen erhoehen ...
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Stahlband

-Rasierer
Eigentlich gehört er ja gar nicht hierher - dieser Nass-Rasierer, mit einem aufgerollten Stahlband in einer Wechsel- (oder besser: Wegwerf-)Kassette als Klinge. Womit also hat sich dieses wenig geglückte Produkt der 1960er Jahre hier einen Platz verdient? Eigentlich nur mit einer Idee, die nahe liegt, aber vom Hersteller nicht gesehen oder zumindest verwirklicht wurde: wenn man das lange Stahlband, das je nach Abnutzung immer ein Stück weiter gedreht werden muss, in der Kassette an ähnlichen Klingen-Schleifern bzw. -Schärfern wie den obigen vorbei laufen liesse, könnte man das Band hunderte Male vor und zurück spulen - vielleicht ein ganzes Nassrasierer-Leben lang. Hmmm ... sollte vielleicht das der Grund sein, warum der Hersteller die Idee nicht umgesetzt hat?

Scherer
Scherer
Dieses klassische Haarscher-Geraet stammt noch aus der mechanischem Epoche der Friseur-Salons, als noch keine Elektro-Scherer dem Kunden den Eindruck vermittelten, neben dem Friseur auch noch eine Hornisse im Nacken zu haben.
Technisch gesehen ist dieses Geraet eine Art Schere mit mehreren Schneiden, die alle zugleich durch die zwei Hebel bedient werden.
Das Geraet funktioniert - unabhaengig davon, ob die Haare nass oder trocken sind oder ob ein Stromanschluss in der Naehe ist.
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Multifunktional-Rasierer
Eine moderne, mechanische Ausfuehrung eines Schergeraetes ist dieses multifunktionale Produkt: auf der einen Seite ein ausklappbarer (Nass-)Rasierer, auf der anderen Seite ein Haar-Scherer, bei dem die Klinge in verschiedenen Stufen ein- und ausgefahren werden kann. Der Apparat wird wie ein Kamm durch das Haar gezogen. Die Klinge, die in der Basis der Kamm-Zaehne halb versenkt ist, wirkt wie ein scharfes Messer (nicht wie eine Schere).
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Trocknungskamm
Drykamm
Wer so viele Haare schneidet, muss sie auch mal waschen - und anschliessend trocknen. Auf einen Foehn koennen Sie dabei verzichten, seit es den Drykamm gibt: die chemische Struktur dieser Kaemme und Buersten zieht beim Durchkaemmen der nassen Haare die Feuchtigkeit heraus und bindet sie. Das Ganze geschieht fuer die Haare viel schonender als mit der Heissluft des Foehns. Je nach Zusammensetzung des Materials laesst man die Kaemme und Buersten anschliessend austrocknen oder wringt sie aus.
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Tubenpresse
Tubenpresse
Seifenpresse
Seifenpresse
Und da wir gerade beim Druecken sind - hier zwei kleine, pfiffige Pressen, die beim Geldsparen helfen. Ob Zahn-, Rasier oder Kosmetik-Creme: jeder von uns hat sich schon ueber das nervige Ausdruecken der entsprechenden Tuben geaergert. Und jedesmal fliegen einige Dutzend Gramm mit der ausgequetschten Tube in den Muelleimer - zur Freude der Produzenten. Mag das bei der normalen Zahncreme nicht so teuer sein wie bei den exklusiven Kosmetika; ueber die Jahre summiert sich auch das. Gegen Aerger und finanzielle Verluste hilft die Tubenpresse. Sie wirkt wie eine Sardinenkonserve mit Aufrolldeckel; die Tube wird dabei zwischen den Pressklammern hindurch nach unten gezogen und mit jeder Drehung am Schluessel ein wenig mehr aufgerollt und ausgepresst. Pfiffig auch die Seifenpresse: hiermit lassen sich Seifenstueckchen, die sonst aus jeder Hand rutschen, zusammenpressen und als grosses Stueck wieder verwenden.
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Edelstahl-Seife
Edelstahl-Seife
Die Stahlseife besteht meist aus glattpoliertem Chirurgenstahl (Edelstahl). Sie dient nicht zum Reinigen der Haende, sondern wirkt gegen unangenehme Gerueche wie Zwiebel-, Knoblauch- oder Fisch-'Duefte', und das sehr einfach: es reicht meist, die Haende nur 20-30 Sekunden im Wasser daran zu reiben. Die Wirkung beruht auf einer physikalischen Reaktion; daher verbraucht sich die Edelstahlseife nicht, es entstehen keine chemischen Abfallstoffe, und man spart Chemie sowie zusaetzliche Parfums, um die Gerueche zu neutralisieren.
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Parfum-Flacon
Parfum-Flacon
Auch inzwischen eine Seltenheit: ein klassischer Parfum-Flacon mit abschraubbarer Pumpe. Heute ist ein Abschrauben vielfach nicht mehr moeglich, und die Reste der teuren Parfums bleiben unerreichbar in den Flacons zurueck: eins zu null fuer die Marketing-Strategen der Parfum-Industrie.
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Piezo-Waage
Piezo-Waage
Personen-Waagen gibt es in unterschiedlichen Groessen und Ausfuehrungen. Sie werden spaetestens hervorgeholt, wenn wir uns am Morgen nach einer ueppigen Dinner-Party ueber die zusaetzlichen Pfunde als Folge der Foellerei informieren wollen. Aergerlich, wenn ausgerechnet dann die Batterie ihren Geist aufgegeben hat, oder die Elektronik spinnt. Aber zum Glueck sind die meisten Personen-Waagen im Haushalt immer noch rein mechanisch. Diese Waage ist allerdings ein pfiffiges elektronisches Exemplar, das seinen Strom mittels Piezo-Elektrik selbst erzeugt: beim Betreten der Waage uebt der Nutzer Druck auf ein piezoelektrisches Element aus, das daraufhin den Strom fuer die Anzeige erzeugt.
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Baby-Waage
Baby-Waage
Eine Personen-Waage fuer besonders empfindliche und wertvolle 'Gueter' ist diese Baby-Waage, deren Wannenform das Herausfallen des Kindes verhindern soll. Technisch gesehen ist es eine Balkenwaage. Sie muss einerseits sehr robust sein, andererseits aber auch hinreichend empfindlich, um kleinere Gewichtsveränderungen des Babys wahr nehmen zu können. Diese mechanische Praezisions-Waage erfüllt die Voraussetzungen. Da mögen einige elektronische Waagen vielleicht noch ein wenig genauer sein - doch was nützt das bei Babys, die mal mit mehr und mal mit weniger vollem Magen zum Wiegen kommen?
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Durchblutungs-Tester
Durchblutungs-Tester
Druecken muss man hier auch, aber bitte nicht zu doll: dies ist ein Messgeraet, welches die Durchblutung testet und dem Benutzer zeigt, ob er z.B. bald kalte Fuesse bekommt. Die Anzeige geschieht ueber die Verfaerbung einer Chemikalie, die auf dem Beruehrungsfeld angebracht ist. Und druecken muss man hier nur, damit sich keine Luft zwischen dem Finger und der Messflaeche befindet (Luft ist ein schlechter Waermeleiter und wuerde das Ergebnis verfaelschen).
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Medizinal-Spritze
Medizinal-Spritze
Viele Menschen muessen aus gesundheitlichen Gruenden taeglich zu Spritzen greifen. Heute sind das zumeist Einmal-Spritzen, also reine Wegwerfprodukte. Dies ist dagegen eine klassische Medizinal-Spritze aus Edelstahl mit Glaskolben und Fingergriffen, die das Abrutschen und Herunterfallen der teuren Stueckes verhindern sollen.
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Pulver-Portionierer
Pulver-Portionierer
Zu Zeiten, als Apotheker noch mehr waren als weissbekittelte Verkäufer der Pharma-Industrie, gehörte er zur Grund-Ausstattung einer jeden Apotheke: der Pulver-Portionierer. Der Apotheker füllte in den oberen Trichter das Medizinal-Pulver ein, das er nach dem Rezept des Arztes zusammen gemischt hatte Dann stellte er die Pulver-Menge pro Einzelportion (z.B. Tagesration) am Gerät ein und hielt eine kleine, weisse Papier-Tüte unter Ausfüll-Stutzen. Jetzt nur noch am Abzug ziehen, und schon ist die gewünschte Menge in der Tüte. Die Tüten zwei, drei, usw. folgen - einfach, billig, umweltfreundlich.
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Medizinal-Flasche
Medizinal-Flasche
Ebenfalls kaum noch zu finden sind diese klassischen Medizinal-Flaeschchen aus getoentem Glas. Noch in den 1960er Jahren mischte der Apotheker nach Rezept die entsprechende Fluessig-Medizin, und fuellte sie in solche Flaeschchen ab, die dann mit einem Klebe-Etiquett versehen wurden. Mittels der Pump-Pipette konnte sich der Patient dann die verordnete Menge in Augen, Nase oder Ohren traeufeln. Die Flaschen liessen sich sterilisieren und waren wiederverwendbar; der Inhalt war durch die Toenung des Glases vor Sonneneinstrahlung geschuetzt und dennoch liess sich die noch vorhandene Restmenge auf einen Blick erkennen - heute gibt es fast nur noch undurchsichtiges Wegwerf-Plastik.
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Milchpumpe vgl. auch Magazin für das Neueste aus der Physik und Naturgeschichte (1781-99), Bd. 3, 1786
Milchpumpe
Die Milchpumpe ist eine (Mehrfach-)Erfindung des 18. Jahrhunderts; sie wird u.a. im September 1785 von G. Bianchi im 'Journal de physique' beschrieben. Mit ihrer Hilfe können stillende Frauen ihre Babys auch dann mit Muttermilch versorgen, wenn sie gerade keine Zeit haben, ihren Nachwuchs an die Brust zu legen. Durch das Pumpen wird ein Unterdruck erzeugt, der die Milch aus dem Busen herausströmen lässt. Eine ebenso einfache wie sinnvolle Erfindung. Das Bemerkenswerte hieran ist, dass man dieses 'mechanische Melken' m. W. nie auf das Melken von Kühen übertragen hat. Noch Anfang der 1950er Jahre ergab eine Umfrage bei den Absolventen der Landwirtschaftsschule Meldorf/Schleswig-Holstein, dass die überwiegende Mehrheit es für ausgeschlossen hielt, dass die Melker jemals durch technische Geräte ersetzt werden könnten. Heute ist der Beruf des Melkers ausgestorben, aber dieses Beispiel zeigt einmal mehr, wie längst vorhandene Techniken dennoch nicht von einem Bereich in einen anderen übertragen werden.
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